Ueber ihm glomm langsam der Morgen herauf. —


Als Gonne früh morgens, beim Fegen der Terrasse, den Pantoffel auflas, war Jonas längst frostbebend in sein Bett gehinkt, halb bewußtlos vor Kälte und Erregung. Er gab sich den nächsten Tag große Mühe, ein starkes Unwohlsein zu verbergen, konnte aber vor Heiserkeit kaum sprechen, und seine Augen glänzten im Fieber. Auf Klare-Bels besorgtes Drängen und Fragen bekannte er, die Nacht im Garten gesessen zu haben.

Nach dem Essen warf er sich angekleidet auf sein Bett.

Um diese Zeit kehrte Erik nach Hause zurück. Klare-Bel erwartete ihn erst mit Einbruch der Nacht. Aber er hatte auch von Moskau den Nachtzug benutzt.

Ruth stand in seinem Arbeitszimmer, bemüht, ihre Papiere und Hefte unter den seinen herauszusuchen, um sie einzupacken. Was war nun seines, — was ihres? Der ganze Inhalt ihrer Studien in Niederschriften von seiner Hand, — der ganze Inhalt seiner Pläne und Arbeiten für den Winter, seiner Gedanken und Vorträge wiedergegeben, niedergeschrieben von ihrer Hand.

Da vernahm sie unerwartet im Flur einen raschen, festen Schritt.

Die Thür von Eriks Zimmer in den Flur flog auf, und Ruth an seine Brust.

Sie hatte über Zweck und Dauer seiner Reise nicht nachgedacht. Von der einen Gewißheit hypnotisiert, daß sie fort mußte, nahm sie alles passiv hin.

Um so mächtiger jedoch wirkte der plötzliche Anblick Eriks jetzt auf sie. In diesem einen Augenblick vergaß sie alles, — in diesem einen Augenblick siegte die Gewalt der Gegenwart über jeden Kummer, der bevorstand, — leugnete ihn, vernichtete ihn, — in diesem Augenblick wurde alles, — alles gut.