Sie vermochte nichts zu denken, als daß er da war. Und daß sie bei ihm war.

Fest, — fest schlangen sich ihre Arme um seinen Nacken, fest barg sich an seiner Schulter ihr Gesicht.

So stehen bleiben, — für immer so stehen bleiben, festgewurzelt für immer an dieser Stelle, hineingeschmiegt in die weiten, weichen Falten des geöffneten Reisemantels, — nichts fühlen, nichts vernehmen, als den starken, dumpfen Herzschlag, der ihr entgegenpochte, — für das ganze Leben nichts — nichts mehr.

Sie wechselten kein Wort.

Aus Eriks Hand war die Reisetasche auf den Boden geglitten; stumm hielt er Ruth an der Brust, schwer atmend und den Kopf niedergebeugt auf ihr Haar.

Und plötzlich gruben sich seine Hände hart in ihre Schultern, um ihre Hüften, und umschlossen sie mit so gewaltthätigem Griff, daß es wie Schmerz und Ersticken über sie kam, — als müsse er sie nun zerbrechen. Zerbrechen unter seinen Händen und an seiner Brust, — sterben, — nicht fortgehen, — dachte sie, und es überflutete sie mit einem jauchzenden Glücksgefühl, wie sie es nie gekannt.

Erik sah sie lächeln.

Er verlor die Besinnung.

»Wahnsinn!« schoß es ihm wie Feuer durch den Kopf, »Wahnsinn! Wahnsinn, sich zu lassen, wenn man sich liebt.«

Eine Sekunde lang, — dann ließ er sie so jäh los, daß sie zurücktaumelte. —