Das Weinen kam aus Jonas' Bett, welches neben der offenen Verbindungsthür beider Stuben stand. Man konnte deutlich hören, wie er es in den Kissen zu ersticken suchte.

Erik ermunterte sich völlig. Er machte Licht und näherte sich Jonas' Bett. Als dieser ihn kommen hörte, verkroch er sich nur tiefer in seine Decken.

»Hast du Schmerzen?« hörte er den Vater fragen, »bist du kränker geworden?«

»Ich bin nicht krank!« murmelte Jonas, »es ist unnütz, mich mit Gewalt im Bette zu halten. Ich weiß doch alles! Ich weiß jetzt alles! Es hat nichts genützt, es vor mir zu verheimlichen! Und was ich noch nicht wußte, habe ich gehört! Ich habe gehorcht und habe es gehört!«

Erik schwieg einen Augenblick betroffen.

»Du sprichst im Fieber,« sagte er dann, »was weißt du denn, was hast du gehört?«

»Daß sie fortgeht! Daß sie morgen fortgeht!«

Und er wühlte sich schluchzend in seine Kissen.

Erik tastete nach seinem Gesicht und legte ihm die Hand besorgt an die trocken brennende Stirn. Aber Jonas stieß seine Hand zurück.

»Nein!« sagte er fast keuchend, — »du willst es ja, — du bist es ja — schuld, daß sie fortgeht. Vor dir schützen muß ich Ruth, — schützen, denn was weißt du, — wie ihr zu Mute ist. Du weißt nicht, hast nicht gesehen, — wie sie daliegt die Nächte, — halb ausgekleidet, an ihrem Bett, — wie gestern.«