»Nein! nein!« rief sie flehentlich, »ich will es ja nur ein wenig, — ein klein wenig nur, — nicht so, daß es die Abreise hindern sollte! Ganz gewiß nicht!«
Ein Laut brach von seinen Lippen, wie wenn er verwundet würde. Sie konnte hören, wie seine Zähne leise übereinanderknirschten.
Er beugte sich über sie.
»Und das — das glaubtest du zu dürfen,« sagte er matt.
»Ja, ich durfte es; denn ich will ja thun, was ich versprochen habe. Bin nicht ungehorsam. Nur so ganz allein bin ich. Niemand, der nur ein bißchen hilft. Da sollte das Fieber mir helfen. Ich darf thun, was ich will, — wenn es nichts aufschiebt,« versetzte sie finster.
»So. Und wenn du nur rechtzeitig fortgekommen bist, meinst du, — dann könntest du thun, was du willst? Auch vielleicht dich irgendwo hinsetzen und krank werden, wenn dir das ›hilft‹? Du irrst dich, mein Kind. Ich lasse dich nicht los, indem ich dich fortlasse. Und aus der Ferne sollst du mir doppelt gehorchen. Dein Versprechen geht auf dein ganzes Leben. Du bist mein. — Bist du es?«
»Ja!« rief sie inbrünstig.
»Steh auf und geh hinauf.«
»Ich kann es nicht so, — ich muß erst wissen, — wann reise ich?«
»Ich werde es dir morgen sagen. Heute nacht nicht. Du sollst dich hinlegen und zu schlafen versuchen. An nichts denken als daran, daß du schlafen sollst. Wirst du es?«