»Wie alt ist er eigentlich, Erik?«
»Ungefähr zweiundzwanzig Jahre, glaub' ich.«
»Und gänzlich unabhängig, nicht wahr? Es handelt sich für ihn nicht um ein Brotstudium?«
»Nein.«
Erik blickte auf, ein flüchtiges Lächeln um den Mund. Auf den jungen Russen eifersüchtig, — nein, das war er unter keinen Umständen.
»Eine echt weibliche Kombination, Bel. Du dachtest schon an Brautkranz und Schleier, nicht wahr? Aber dafür, daß Ruth rasch mit ihm vertraut geworden ist, liegt ein andrer Grund vor: er ist ihr nicht fremd. Er kennt ihren Onkel hier. Hat einmal früher mit seinen Eltern dort verkehrt, — mit ihr gespielt, als sie acht und dreizehn Jahre alt waren.«
Sie lehnte den Kopf zurück.
»Es ist nichts,« dachte sie, »es kann nicht sein. Sonst müßte — müßte er eifersüchtig sein. Trotz seinem starken Selbstvertrauen. Jugend sucht Jugend.«
Nach einiger Zeit sagte sie bittend: »Erik! Du mußt nicht böse sein. Ich habe einen so großen Wunsch.«
»Einen so schlimmen, Bel? Nun, heraus mit ihm.«