»Ich wünsche so sehnlich, — ich möchte so sehr gern, nur ein einziges Mal, — lesen, was du an Ruth schreibst.«

Er antwortete nicht. Er stand auf und ging aus dem Zimmer. Gleich darauf kehrte er zurück, den fast beendeten Brief in der Hand.

»Du kannst es jedesmal lesen, Bel, wenn du willst.«

Ihre Augen strahlten ihn so dankbar und beglückt an, daß er den Blick nicht aushielt. Er sah hinweg.

Es war ihm eine Pein, sie dasitzen zu sehen, — lesen zu sehen. Am liebsten wäre er hinausgegangen.

Er trat an das Fenster und schaute in die Dunkelheit.

Aber das Fensterglas höhnte ihn. Was es wiedergab, war noch einmal das Zimmer, mit der Lampe auf dem Tisch, den zarten Fliederzweigen und der lesenden Frau im Lehnstuhl.

Klare-Bel ließ den Brief sinken. Sie sah betroffen aus.

»Wie seltsam, Erik,« sagte sie, »— ich kann mir gar nicht vorstellen, daß du so an Ruth schreibst.«

»Ich glaube ihr nicht anders zu schreiben, als ich zu ihr gesprochen habe,« entgegnete er.