»Wo steckt Jonas eigentlich?« fragte Erik, über seine Ausarbeitungen gebeugt.

»Jonas ist nun doch wieder zur Stadt gefahren. Er wollte so gern seinen Freund besuchen.«

»Hoffentlich doch nicht, um wieder zu arbeiten, — mit dem Freunde?«

»Vielleicht. Laß ihn, Erik. Ist er nicht ausgezeichnet geworden?«

»Ja. Höchstens zu ausgezeichnet. Er hat viel vor sich gebracht, das muß man dem Jungen lassen. Sowohl was seine Fähigkeiten wie seine Ausdauer betrifft, hat er meine Erwartungen im letzten Halbjahr weit übertroffen.«

»Nicht nur das. Er ist dabei so verständig geworden. Ihm steckt kein Unsinn im Kopf. Keine Kindereien.«

»Ja. Gerade das mißfällt mir. Dafür ist er zu jung. Wenn er nur nicht eng wird. Mit siebzehn Jahren muß man nicht Philister sein.«

»Ach, Erik, wenn er nur brav wird.«

»Das kann er immer noch. Zunächst soll sein Temperament heraus! Heidelberg wird ihm gut thun, denke ich, und Römers Einfluß. Man muß sorgen, daß er sich frei bewegen kann. Weder Zeit noch Geld darf ihm knapp zugemessen werden.«

»Wie gut er ist!« dachte Klare-Bel, »ja, in solchen Dingen ist er immer unendlich gut gewesen. Würde sich plagen für den Jungen, damit der lernen kann, zu genießen.«