Mehrere Minuten vergingen in Schweigen. Eriks Gedanken liefen voraus, dem Herbst entgegen, wo Jonas nach Heidelberg abging. Allerspätestens dann mußte er Ruth wiedersehen, sie sprechen. Vielleicht aber schon früher. Wenn Klare-Bel so ins Bad reiste, daß er sie mit Beginn der Sommerferien in Deutschland abholen konnte.

»Erik!« sagte eine Stimme neben ihm.

Er sah zerstreut auf. Seine Frau stand am Schreibtisch — ohne ihre stützenden beiden Stöcke. Sie hatte sich selbständig erhoben und war durch das ganze Zimmer zu ihm hingegangen, — allein.

Sie hatte es heimlich geübt, mehrere Tage.

Erik vermochte nicht gleich aus seinen Gedanken herauszukommen. Er blickte sie nur fragend an, ohne zu beachten, was ihn überraschen sollte.

Er bemerkte es nicht.

Auf Klare-Bels Lippen erstarb ein Lächeln.

»Ich wollte dir nur zeigen, was ich kann,« sagte sie, mit einer gewaltsamen Anstrengung, es unbefangen zu sagen.

Aber es mißlang. Sie erblaßte. Und plötzlich schwankte sie und glitt dem erschrocken Aufspringenden in den Arm.

Er führte sie langsam zu ihrem Lehnstuhl, besorgt, über sie gebeugt. Jetzt war er ganz bei ihr.