»Ist dir besser?« fragte er herzlich und zog sich einen der niedrigen Polstersessel vom Kamin heran, »die Selbständigkeit bekommt dir schlecht, meine arme Bel.«

Sie sah den Scherzenden mit einem langen, stillen Blick an.

»Ich muß sie doch lernen, Erik!« entgegnete sie doppelsinnig.

Sie lehnte den Kopf müde zurück und schloß die Augen. Und so, mit geschlossenen Augen, während er ihre Hand festhielt und leise streichelte, sagte sie: »Siehst du, — ach, Erik, es war ja gewiß recht kindisch. Aber siehst du, — hierauf hab' ich mich ja schon so lange gefreut. Auf deine Freude, — wenn ich einmal so zu dir käme, — ohne Stütze, auf eigenen Füßen. Es war so kindisch. Aber nun ist mir aller Mut abhanden gekommen, dich zu fragen, Erik.«

»Wonach wolltest du mich fragen, Bel?« Er sprach mit gepreßter Stimme, gedämpft, wie immer, wenn er eine Erregung niederhielt.

»Ja, Erik, ich dachte: wenn du dich nun so freutest, und mich in die Arme schlössest, — nicht wie jetzt, weil ich fiel, sondern weil ich stand, aufrecht neben dir stand, — dann wollte ich dich fragen, — ganz leise wollte ich dich fragen, — ach, Erik! ich kann es nicht mehr.«

Er faßte ihre beiden Hände in die seinen und blickte durchdringend, mit gespanntester Aufmerksamkeit in das erblaßte Gesicht mit den fest geschlossenen Augen. Sein Herz schlug hart gegen die Brust.

»Ich will es dir sagen, Bel!« erwiderte er fest, ohne den Blick von ihr zu lassen, »wenn es dich gequält hat, dann muß es sein. Hast du den Mut, es zu hören? Willst du es?«

Sie schlug ihre Augen auf, — hilflos, thränengeblendet, — hilflos wie ein gestelltes Wild vor dem Schuß.

»Erik!« stieß sie flüsternd heraus, und das Entsetzen vor seiner Antwort vergrößerte ihre Augen, »— Erik, liebst du sie?«