Da beugte er den Kopf tief nieder auf ihre Hände.

»Ja, Bel,« sagte er laut.

In demselben Augenblick durchflutete ein so breiter Sonnenstrom das ganze Zimmer, daß Klare-Bels Lider sich unwillkürlich davor schlossen, in einem abergläubischen Erschrecken, wie wenn der Himmel selbst Zeugnis ablegen wollte für Eriks Liebe. Blau lachte es herab, und wie ein blitzendes Goldnetz von Tauperlen blinkten die rasch zerronnenen Schneefederchen über dem Garten. So warm spielten die hellen Sonnenstrahlen über den Fliederstrauß am Fenster hin, als sei er draußen vom Strauch geschnitten.

»Dunkel,« bat Klare-Bel leise, »— ich möchte auf mein Bett, — mach's dunkel.«

Er hob sie aus dem Stuhl und legte sie in ihrem anstoßenden kleinen Gemach auf ihr Bett, hinter welchem er die Fenstervorhänge aus den Klammern löste und zuzog.

Sie suchte nach seiner Hand.

»Die Briefe, Erik, — wie du ihr geschrieben hast, — war es lauter Verstellung? Oder hast du ihr — hast du nicht auch anders geschrieben? Niemals?«

»Ich habe ihr auch anders geschrieben, Bel. Ganz anders. Jedes einzige Mal, daß ein solcher Brief an sie abging. Aber es war nur für mich allein. Sie hat's nie gelesen.«

»Du hast es nicht abgeschickt? — Hast du diese Briefe noch, Erik?«

»Nein. Ich habe sie jedesmal, sobald sie geschrieben waren, vernichtet.«