Das Kaminfeuer knatterte hoch auf unter kurzen Windstößen; der Himmel hatte sich längst wieder verfinstert. Von neuem stäubte ein feiner Schneeschauer um das Fenster, — dasselbe Aprilspiel wie zuvor.
Erik warf gedankenlos eine Handvoll Tannenzapfen in die rote Glut, und ein schwacher Duft, den er liebte wie keinen andern, — ein Duft nach Wald und Weihnachten verbreitete sich in der Stube. Unwillkürlich dachte man sich den kahlen, kalten Garten im Winterfrost und einen geputzten Christbaum in der Zimmerecke.
Weihnachten, — — — auch in diesem Winter hatten sie den Baum geschmückt und sich um ihn geschart, aber zum erstenmal hatten sie sich wie drei arme Erwachsene gefühlt, die am Fest der Kinder leer ausgehen. Erik, der zu beschenken wußte, wie nur ein Knecht Ruprecht, und sich zu freuen, wie nur ein Kind, war karg, — war wortkarg geblieben.
Es kam ihm selbst sonderbar vor, daß sich sein Mitleid an lauter solche kleinen, kleinlichen Rückerinnerungen heftete.
Langsam begann er im Zimmer auf und ab zu gehen.
Nicht daß sie jetzt dalag und litt, — aber daß sie so lange — lange umsonst auf seine Freude gewartet hatte, in seinen Zügen nach Freude gespäht, all diese Monate hindurch, — das erschütterte ihn so tief. Genesen war sie, — wie ein strahlender Weihnachtsbaum hätte das mitten unter ihnen stehen sollen zu jeglicher Stunde, lichterblitzend, mit tausend neuen kleinen Freuden geschmückt. Und sie hatten sich nicht wie frohe Kinder darum geschart — —.
Klare-Bel lag noch immer und schwieg. Er mochte nicht zu ihr hineingehen, er mochte nicht fortgehen. Noch immer ging er auf und ab, wie ein Verurteilter.
Endlich kam Jonas. Die Stufen zur Terrasse sprang er herauf und hielt schon am Fenster zwei Briefe in der Hand hoch. Beim Eintreten in das Wohnzimmer warf er sie auf den Eßtisch.
»Wo ist denn Mama? Mehr war nicht in der Stadtwohnung im Briefkasten. Zwei an dich.«
»Mama ist nicht ganz wohl. Sie liegt auf ihrem Bett.«