Er reichte ihr das zerdrückte Blatt, — zusammengeballt war es zu einer Kugel.

»Du hast es gewollt.«

Dann verließ er sie.

Nebenan im Wohnzimmer stand der Frühstückstisch noch unabgeräumt. Jonas hatte vergeblich auf den Vater gewartet und zur Schule gehen müssen.

Erik blieb in der Mitte der Stube stehen und starrte ins Leere.

»Nicht entsagen!« war sein einziger deutlicher Gedanke. »Nicht entsagen! nicht in der Versuchung des Mitleids, — nicht in der schlimmern: der Versuchung der Scham.«

Ihm war, als handle es sich gar nicht um einen einzelnen Menschen, noch weniger um ein Weib, — nein, um alles, was Mensch hieß, was ihm Mensch sein konnte, — um alles, was er überhaupt berühren konnte, schaffend, wirkend, liebend, — um sein eigenes Menschsein.

Es konzentrierte sich alles in diesen zwei kindlichen, gläubigen Augen, die auf ihn warteten und zu ihm emporschauten.

Entsagen hieß: in die Wüste gehen, — nicht nur mit seiner Liebe, — auch mit seiner Thatkraft, — mit seiner Kraft überhaupt, — ins Unfruchtbare, in die tote Einsamkeit.

Gab es eine Kraft auch für die Wüste? Die in solcher Einsamkeit standhielt? Ja, in ihr vielleicht erst erstand? Die nicht mehr eines andern bedurfte, um stark und schön zu bleiben, — keiner Augen, die da glaubten, und warteten, und an sie appellierten?