Er hatte Ruths Hände ergriffen, er hielt sie fest in den seinen, er zog ihre Hände fest an sich.
»Lieb' — Liebling!« murmelte er, den Blick auf ihrem Gesicht.
»Ich, — — der Brief, — er machte mir angst,« sagte sie matt, »etwas Fremdes, — Zweifel war darin. Ich mußte fort.«
Er hörte nur ihre Stimme; er mußte sie wieder hören.
»Mit dem Rotkehlchen — hergeflogen?« fragte er.
Sie sah ihn an, — etwas zaghaft, etwas schelmisch; »Durchgebrannt,« sagte sie.
Er setzte sich neben sie, ohne ihre Hände aus den seinen zu lassen.
»Von Römers?!«
»Ich mußte. Sie ließen mich nicht. Römer half mir. Aber sie — sie blieb unerbittlich. Wie entsetzt war sie. ›Nur jetzt nicht!‹ sagte sie immer. Da brannte ich durch. Noch bei Nacht, — heimlich. Telegraphierte unterwegs. Ich mußte kommen. — Durfte ich?«
Sie fragte es schüchtern, um seine nachträgliche Erlaubnis bange, wie ein Kind. Vor Frau Römer hatte sie bittend auf den Knieen gelegen, — aber das sagte sie nicht.