Während sie es sagte, ertönte ein dumpfer Fall. Erik sprang auf. Ruth war schon bei der Thür. Sie öffnete sie.

Im Flur lag Jonas am Boden, — lang hingestreckt. Mit dem Kopf war er im Fallen gegen den Mantelständer geschlagen. Ueber seine linke Schläfe träufelte Blut.

Ruth stieß die Mittelthür auf. Sie half Erik, ihn hineinzubringen in das anstoßende Zimmer, auf sein Bett. In den nächsten Minuten sprachen sie kein Wort. Sie waren stumm um ihn beschäftigt.

»Die Wunde ist gering,« sagte Erik nach einer kurzen Weile halblaut, — und dann, über ihn gebeugt: »Er kommt zu sich.«

Ruth fuhr zusammen. Sie trat vom Bett zurück; ihre Augen richteten sich auf Jonas mit einem Ausdruck des Grauens, daß er sie erkennen, — daß er sie sehen würde.

Sie machte Erik ein stummes Zeichen, und ging leise in sein Arbeitszimmer zurück.

Dort blieb sie verwirrt stehen.

Hier? Hier konnte sie noch weniger bleiben. Wo denn? Nirgends konnte sie bleiben, — nirgends. Im ganzen Hause nicht. Sie mußte also fort. Fort, ehe Erik kam. Fort, ehe Jonas kam.

Und unwillkürlich wandte sie sich wieder der Thür zu, durch die sie soeben aus dem Schlafzimmer eingetreten war.

Nein, — wohin? Dorthin durfte sie nicht! Abschiednehmen? von wem? Ohne Abschied mußte sie fort. Heimlich. Unbemerkt. — Für immer?