Sie nickte ganz leise mit dem Kopfe, und noch immer zitterte sie, wie ein Vogel, auf den eine fremde Hand sich legt.

»Du fürchtest dich doch nicht vor mir, zu dem du kamst? Sage mir, weshalb du kamst.«

Sie nahm ihre Mütze vom Kopf und besann sich. In Gedanken durchlief sie die ganze Entstehungsgeschichte ihres Entschlusses, vom ersten Schuleindruck an, — aber die ließ sich ja, so weitläufig und verworren wie sie war, ganz gewiß nicht wiedererzählen. Sie versuchte, die Hauptsache herauszuholen. Aber nun vergaß sie alles. Es war rein unmöglich.

Und plötzlich brach Ruth in Thränen aus.

»Mein liebes Kind!« sagte er sanft, und strich ihr das lose, lockige Haar aus der Stirn, das über das gesenkte Gesicht gefallen war. Dann nahm er ihre Hände wieder in die seinen.

»Hast du Vertrauen zu mir?« fragte er.

»Ja!« sagte sie leise.

»Unbedingtes?«

»Ja!« sagte sie wieder.

»Dann darfst du weder zittern noch dich fürchten. Versuche jetzt einmal ganz fest, es zu bezwingen. Ganz fest, hörst du? Es wird schon gehn.«