Ruth sah unglücklich aus. Offenbar machte er ihr einen Vorwurf. Sie dachte nach, was er nur damit meinen könnte? Sie konnte nicht begreifen, was dieser fremde Mann, außerhalb seiner Rolle, sie kümmern sollte?

»Ich brauchte ihn, und da nahm ich ihn mir!« rief sie mit kläglichem Gesicht.

Erik stand auf und ging ein paarmal durchs Zimmer. Dann blieb er vor Ruth stehen, die sich auf die Kante seines Stuhles gesetzt hatte.

»Sage mir, gibt es mehr solcher fremder Menschen, die du auf der Straße grüßest?«

»Ja. Alle Straßen sind voll davon.«

»— Männer —?« fragte er zögernd.

»Auch Männer. Ich brauche immer frische für die Schule. Auch Frauen, Kinder, alte Leute.«

»Was meinst du damit, daß du Männer ›für die Schule‹ brauchst?«

»In den Geschichten für die Mädchen muß immer einer vorkommen. Am liebsten einer mit einem kleinen Schnurrbart. Aber ich habe auch andre Geschichten, — viel, viel schönere, — wunderschöne,« fügte sie lebhaft hinzu, — »und die mit Kindern sind nur die liebsten.«

»Erzählst du die den Mädchen in der Schule nicht?«