Aber im breiten Rahmen des geöffneten Fensters war nur Eriks Gestalt zu sehen, der ihnen den Rücken zukehrte. Und nun wandte er sich langsam um.

Ruth löste sich ein wenig hastig vom Stamm, an dem sie lehnte. »Jetzt will ich hineingehen,« sagte sie.

Nachdem Erik von der Straßenseite her Ruth in den Garten hatte treten sehen, war er wirklich an das Fenster des Wohnzimmers gegangen und hatte von Zeit zu Zeit nach der Obstbaumgruppe hinübergeblickt, wo sie mit Jonas stand und plauderte.

Klare-Bel lag neben dem Fenster, mit einer mühsamen und kunstvollen Handarbeit beschäftigt, die darin bestand, an einer schadhaft gewordenen Damastserviette das Muster nachzuziehen. Man nannte diese Arbeit in Holland »Maazen«. Und wer es ernst damit nahm, der wollte das »Maazen« bis auf das Ausbessern der Strümpfe und Unterjacken erstreckt wissen.

»Kommt Ruth noch immer nicht herein?« fragte sie nach einer langen Pause.

Er zog die Uhr.

»Nein. Noch fehlen einige Minuten an der Zeit,« bemerkte er einsilbig.

»Das ist doch eigentlich kein Grund, nicht hereinzukommen, wenn sie einmal da ist. Aber vielleicht steht sie viel lieber im Garten und plaudert mit Jonas, als daß sie im Zimmer sitzt und lernt, Erik. Das ist am Ende auch ganz natürlich.«

Er schwieg und blickte mit einem Ausdruck von Ungeduld auf ihre Handarbeit nieder. Erik konnte das »Maazen« nicht leiden. Er behauptete, es verdürbe die Augen, und sogar den Charakter.

»Bitte, hör' jetzt einen Augenblick mit dem Sticheln auf,« sagte er und nahm ihr einfach die Nadel aus der Hand, »ich weiß nicht, — das Zeug macht nervös.«