»Wenn du nicht bei mir bist, Erik!« sagte sie weinend, »denn dann, scheint mir immer, muß ich es thun!«
Damals trug sie sich mit dem zweiten Kinde. Kurz darauf that sie den gefährlichen Sturz, der ihr die Gesundheit kostete, und das Kindchen wurde tot geboren.
Als Gonne mit einer brennenden Lampe hereinkam, fuhr Erik aus seinen Gedanken auf.
»Ich möchte jetzt zu mir hinübergehen,« bemerkte er und küßte seine Frau auf die Stirn, »ich habe noch Schularbeiten für morgen. Sobald du müde wirst, mußt du mich rufen lassen.«
Bei Erik im Zimmer war es schon fast dunkel. Nur von ein paar rosenroten Wölkchen, die sich von der großen Wolkenmasse losgewunden hatten und nun mit heiterm Leuchten selbständig auf einem breiten Stück Himmelsblau herumschwammen, fiel ein schwacher Schein durch die Fenster. Man konnte in ihm den Schreibtisch, den Bücherschrank, das alte lederbezogene Sofa an der Längswand ziemlich deutlich erkennen.
Erik stutzte und blieb auf der Schwelle stehen.
Er hatte einen Augenblick klar zu sehen geglaubt, daß auf dem Ledersessel am Fenster Ruth säße. An Halluzinationen konnte er doch nicht leiden.
Mit einem Gefühl des Aergers über sich selbst schloß er hinter sich die Thür und ergriff von einem Nebentisch einen Leuchter, um Licht zu machen.
Da fuhr er zusammen und setzte den Leuchter wieder hin. Auf dem Sessel saß wirklich jemand.
»Ich bin es!« sagte eine klägliche Stimme.