»Muß ich nun nach Hause?« fragte Ruth ängstlich.
»Nein, mein Liebling. Du sollst hier doch nicht nur krank liegen, sondern auch gesund umherspringen. Meine Stube wartet ja noch auf dich. Wollten wir nicht zusammen arbeiten?«
»Ja!« sagte sie eifrig und machte eine Anstrengung, wie um aufzustehen, so daß die Blumen von der Decke glitten.
»Aber, mein liebes Kind, doch nicht jetzt im Augenblick. Später!«
»Später!« wiederholte sie gehorsam, indem sie sich zurücklehnte und die Augen schloß.
Erik faßte nach ihrem Handgelenk und prüfte den Puls.
»Wenn ich heute von der Stadt nach Hause komme,« bemerkte er dazwischen, »dann finde ich dich im Garten, im Sonnenschein, und ganz gesund. Nicht wahr?«
»Ja,« sagte sie folgsam, ohne die Augen zu öffnen. Aber auf ihrem Gesicht war ein Ausdruck von Leiden oder Kummer, der ihn beunruhigte.
Er beugte sich zu ihr nieder und strich sanft das Haar aus ihrer Stirn.
»Aber nicht nur gesund, Ruth,« fügte er hinzu, »sondern auch froh! Nicht diesen in sich gekehrten, verschlossenen Ausdruck! Du darfst dich nicht wieder so scheu vor mir zuschließen, mein Kind. Bist du denn nicht mehr gern bei mir? Thut es dir nicht wohl, hierher zu gehören?«