»In elf Monaten siebzehn,« sagte Ruth.

»Ich bin erst sechzehn,« gestand er betreten, aber dann klärte sich sein Gesicht auf, — »das heißt jetzt. Aber in elf Monaten längst nicht mehr. Sogar schon eher. Jetzt solltest du ein Stück Butterbrot mit mir essen, denn es ist noch eine gute Stunde, bis wir Mittag bekommen,« fügte er hinzu und brach, im lebhaften Drang sein Brot mit ihr zu teilen, es in zwei Hälften.

»Ich mag nicht essen,« sagte Ruth und lachte über seinen Eifer.

»Dann bist du gewiß noch krank!« behauptete er, »aber das war auch ein rechtes Glück, weißt du, denn sonst wärst du ja gar nicht bei uns geblieben. Es war eine gute Idee von dir, so im Gewitter herumzulaufen. Denk nur! wo du so bequem gleich bei Papa hättest sitzen bleiben können.«

»Ja. Wenn ich sitzen geblieben wäre, wäre ich auch fortgegangen,« bemerkte Ruth tiefsinnig.

Jonas konnte sich diesen Fall nicht ganz klar machen, und so sagte er schnell. »Komm mit mir in das Gehölz, Ruth. Du kennst es noch gar nicht. Da sind so viele Nester. Und mitten hindurch fließt ein kleiner Bach nach dem Wiesengrund zu. Wir können leicht hinüberklettern; der Zaun ist nur niedrig.«

»Nein,« erwiderte sie, »gehe nur hinter das Gehölz. Ich muß jetzt hier bleiben.«

»Was willst du denn hier thun?«

»Ich muß nachdenken.«

»Nachdenken?«