Noch nie war das Klare-Bel so klar geworden, wie heute, seit dem Gespräch mit Ruth am Springbrunnen im Garten.
Jonas kam herein und setzte sich an das Fußende ihres Ruhebetts. Er griff nach einem Bund Garn, das Klare-Bel abzuwickeln begonnen hatte, und hielt es ihr auf den Fingern.
»Wird Ruth nun bei uns bleiben, Mama?« fragte er.
»Jawohl. Du hörtest es doch. Freut es dich nicht?«
»Ueber alles freut es mich. Nur werde ich mich jetzt so ganz umsonst anstrengen.«
»Wie meinst du das, mein Kind?«
»Ich meine: Papa wird Ruth ganz gewiß viel lieber haben als mich. Ganz gewiß. Sie ist sehr klug, — meinst du nicht?«
»Das kann ich unmöglich wissen. Aber was ist das für ein Unsinn, Jonas. Weil Papa dich lieb hat, will er ja, daß du dich mehr anstrengst und besser vorwärts kommst.«
»Ach, Mama, ich strenge mich schon an so sehr, wie ich kann. Ich komme ja auch vorwärts. Aber Papa ist so schwer zufrieden zu stellen. Er ist der strengste Lehrer bei uns. Sie fürchten ihn alle. Aber ich am meisten. Von mir verlangt er am meisten.«
»Darüber solltest du froh sein. — Mach nur jetzt keine Eifersüchteleien, Jonas; hörst du?«