Da lachte er über das ganze Gesicht, scheinbar völlig unmotiviert, so daß er wirklich einfältig aussah.

»Nein, Mama, das thue ich gewiß nicht. Wenigstens nicht so, wie du es meinst. Aber wenn es Ruth einfallen sollte, — Papa lieber zu haben als mich — —«

»Aber Jonas!«

Er ließ das Garn vom Finger gleiten, so daß es fast in Verwirrung geriet.

»Verzeih, Mama. Ich bringe es gleich wieder in Ordnung. — Weißt du, du hattest eben ganz recht, als du sagtest, ich solle nur froh sein, daß Papa so viel verlangt. Das denkt sich nämlich Ruth angenehmer, als es ist. Sie wird das noch merken. Und ich werde nie etwas Unangenehmes von ihr verlangen.«

»Du bist wirklich ein recht dummer und unnützer Junge!« sagte Klare-Bel ärgerlich und sah sich ihren Sprößling genauer an. Er machte ein ganz treuherziges Gesicht. Das Lachen hatte sich in die Winkel der Augen verkrochen. »Wenn Papa so was hörte. Und da wunderst du dich noch, wenn Papa Ruth dir vorziehen sollte.«

»Ich wundere mich ja gar nicht, Mama. Das kann ich ihm doch nie im Leben übelnehmen. Wie sollte Ruth ihm denn nicht besser gefallen als ich?«

»Wo steckt Ruth nur eigentlich?«

»Sie ist oben in die Giebelstube gelaufen, wo Gonne noch herumwirtschaftet. Um sich ihre Wohnung selbst herzurichten, sagt sie.«

Als Erik vom Bahnhof zurückkam, und Ruths Kopf oben aus dem offenen Fenster herausschaute, stieg er zu ihr hinauf. Das kleine, nach hinten zu abgeschrägte Gemach war schon in Ordnung. Außer dem heute beschafften Bett und einer großen Holzkiste, die durch zierlich gekrauste und gefaltete Mullvorhänge beinahe das Aussehen einer wirklichen Waschtoilette bekommen hatte, gab es jedoch hier noch nicht viel zu sehen. Ein Geruch von Seife und frisch aufgenommenem Oelanstrich machte sich bemerklich.