»Auch du?« fragte er zweifelnd und sah sie aufmerksam von der Seite an.
»Ja, auch ich,« meinte sie treuherzig.
»Du bist ja ungeheuer demütig heute,« bemerkte er, »allzu demütig, Ruth. Das ist nicht gut.«
»Warum ist nun das auch wieder nicht gut?« fragte sie zerstreut.
»Weil es nicht aus dir selbst herauskommt, Mädel. Nicht aus deiner Natur. Es ist, wie wenn jemand eine Stellung festhalten wollte, für die er sich verrenken muß. Das sollst du nicht thun.«
Sie erwiderte nichts darauf, vielleicht hörte sie kaum hin. Ihre Gedanken waren auf etwas andres gerichtet, das sie nicht anzubringen wußte. Nach einer kleinen Pause sagte sie leiser: »Sie sehen so froh aus. In den Augen — und überhaupt. Warum?«
»Weil ich dich wieder habe, mein Kind,« entgegnete er ernst.
»Mich! aber all die andern?«
»Wen denn, Ruth?«
Nun hielt sie es nicht länger aus.