»Ich meine: bloß Buben und Mädchen zu unterrichten, die es gar nicht wert sind, und sonst nichts! Anstatt etwas ganz andres thun zu dürfen, etwas viel, viel Größeres, — so groß wie ein Meer mit allen Schiffen darauf,« versuchte sie es auseinanderzusetzen und nestelte dabei, ohne es zu merken, erregt an seiner Uhrkette.
Er sah erstaunt auf sie nieder.
»Phantasierst du, Kind? Du sollst dem nicht so nachgeben,« sagte er eindringlich, »was hast du eigentlich zusammengedichtet? Du mußt es klar sagen können. Nun?«
»Es ist ja etwas Wirkliches!« rief sie schüchtern, »es ist gar keine Phantasie. Wir sprachen im Garten darüber, — am Vormittag.«
»Mit meiner Frau?«
Ruth nickte.
»Sie hat mir erzählt. Von früher und von jetzt. Sie erzählt so wunderschön! Ganz wunderschön erzählt sie.«
»So. Thut sie das? Ader was hat sie dir denn erzählt?« fragte er, und sein Blick war forschend und gespannt.
»Alles. Und da, — ja, da schien es mir so ganz entsetzlich, — so ganz unmöglich schien es mir, daß nichts daraus geworden ist. Aus all den großen Plänen nichts geworden,« sagte sie leidenschaftlich, und ihre Finger umklammerten die Uhrkette, als müßte sie irgend etwas zerbrechen, »nichts als eine Schulstube. Und daß es immer so bleiben soll. Es kann ja nicht so bleiben.«
Sie sprach beinahe zornig, und in ihren Augen standen große Thränen.