»Nun, Erik, das ist ein starkes Stück,« sagte Klare-Bel halblaut.

Jonas sah verdutzt aus, daß sein Vater so etwas im voraus wissen konnte, was doch Ruth selbst noch nicht wußte. Aber er begriff, daß Erik ihr etwas Unangenehmes geweissagt hatte, denn sie schauderte unwillkürlich zusammen.

»Weißt du was?« schrie Jonas ihr plötzlich zu, und der rettende Einfall verklärte förmlich sein Gesicht. »Ich weiß einen Ausweg: — thu's eben nicht! Einfach! denke nur: du brauchst es ja einfach nicht zu thun!«

Er mußte sich von seinen Eltern auslachen lassen, und das Gespräch wandte sich andern Dingen zu.

Ruth saß regungslos da und blickte scheu nach dem Eimer. Wie gebannt, mußte sie den länglichen, schilderbedeckten, züngelnden Kopf ansehen, der sich dort herüberreckte. Es war, als grüße er sie. Es war, als schaue er nur gerade sie an. Nur sie ganz allein. Als sei sie ganz allein mit der Schlange.

Die kleinen runden schwarzen Augen schienen sich mehr und mehr zu erweitern, wie ein grausiger Höllenabgrund, in dem alles Unheimliche sein Spiel trieb. Und hinter dem Kopf mit den Augen hing das ekle, schlüpfrige Gewürm und wand sich ungeduldig. Es war ganz gewiß: die Schlange lauerte schon auf sie.

Sie sah doch wirklich so aus, daß man das Schlimmste von ihr denken konnte.

Ruth und die Ringelnatter maßen sich mit den Blicken.

Ruth errötete langsam, immer dunkler, ohne ein Wort zu sprechen.

Da, als Erik sich vom Frühstückstisch erhob, und Jonas wieder in den Garten laufen wollte, sprang Ruth hastig auf und sagte wild. »Dann lieber gleich!«