Da hörte sie Eriks ruhige Stimme: »Fürchtest du dich sehr?«
Sie nickte fast unmerklich.
»Dann wollen wir es lassen, mein Kind.«
Ruth öffnete erwartungsvoll und groß die Augen.
»Für immer?« fragte sie schnell.
Er mußte lächeln.
»Nein. Nicht für immer,« sagte er ruhig und freundlich, »aber es eilt nicht.«
Sie nahm sich zusammen.
»Dann jetzt gleich!« murmelte sie.
Und sie streckte den Arm aus und nahm ihm die Schlange aus der Hand. Bei der ersten Berührung erschütterte es ihren ganzen Körper wie ein elektrischer Schlag, sie warf den Kopf zurück und drängte sich hilfesuchend enger an Erik. Aber ihre Finger hielten dabei den langen, glatten Schlangenleib fest umspannt, und ohne einen Laut über die erblaßten Lippen zu bringen, sah sie mit weitgeöffneten Augen zu, wie die Ringelnatter sich an ihrem Arm hochstreckte, sich um denselben herumschob und den Kopf mit der feinen gespaltenen Zunge wiegend zur Seite niederhängen ließ.