Der Arm blieb ausgestreckt, als wäre er erstarrt. Und Ruth machte ein Gesicht dazu, als ob sie hingerichtet würde.
»Bravo!« sagte Erik, der seine Hände schützend und ermutigend um sie gelegt hatte, »auch das hast du gut gemacht, Mädel.«
Als er sie aber losließ und mit raschem Griff die Schlange wieder in den Eimer schüttelte, da taumelte Ruth.
»Nein, nein!« rief er heiter, »du mußt nicht denken, daß du jetzt noch ›umfallen‹ darfst. Damit ist es nun nichts mehr.« Und er schob ihr einen Stuhl zu.
Aber Ruth beachtete den Stuhl nicht, sondern ging, ohne aufzusehen, mit unsicheren Schritten an Erik vorbei, quer über die Terrasse und in den Flur hinein. Dort, so weit von ihm entfernt wie möglich, setzte sie sich in eine Ecke, hinter den Mantelständer, versteckte ihr Gesicht in den Mänteln, die dort hingen, und fing an zu weinen.
Erik sah ihr verwundert zu.
»Aber Ruth, du Narr!« rief er, und mußte doch lachen, »nun solltest du froh sein, und sogar stolz. Was kann es nützen, hinterdrein zu weinen?«
Sie guckte hinter dem Mantelständer hervor und blickte ihn vorwurfsvoll an.
»Ich thue mir so leid!« sagte sie und weinte weiter.
Jonas, der die ganze Zeit mit offenem Munde dagestanden, aber auf einen Wink seiner Mutter seine steigende Verwunderung für sich behalten hatte, sah auf diese Worte hin den Vater ebenfalls sehr vorwurfsvoll an. Er lief in den Flur, um Ruth zu trösten.