»Man klettert eben hinüber,« sagte sie und lachte noch immer, »und dann geht man geradeaus, und noch rechts und nach links, ringsherum und nach allen Seiten. Bis man alt ist.«

»Nehmt euch in acht!« rief eine von den Musterschülerinnen warnend, »seht ihr denn nicht, wie sie euch foppt? Gerade so machte sie es immer mit euch. Sie spielt und phantasiert, und dann lacht sie uns aus, weil wir's ernst nehmen.«

»Nehmt's nur für Ernst!« sagte Ruth und gab sich vergebliche Mühe, den Schalk zu zügeln, der ihr im Nacken saß.

»Da sollen wir wohl zu Herrn Matthieux gehen und ihn bitten, uns auch über die Mauer zu helfen?«

»Das könnt ihr ja thun.«

»Der hätte wohl gerade Lust und Zeit dazu!«

»Die hat er gewiß,« versicherte Ruth; »und Lust hat er auch. Er hat alles, außer den Menschen, die dazu gehören.«

Sie sahen sich mit unsicheren und lächelnden Blicken untereinander an. Und dann auf Ruth, die gleichmütig dasaß, wie das verkörperte Behagen.

Die Spannung wuchs. Dies hier schien ihnen ihre schönste Geschichte zu sein.

»Sage mal: ist es auch gewiß, daß es dahinter angenehm ist? Hast du da auch gewiß nie etwas Unangenehmes vorgefunden?« fragte eine von ihnen vorsichtig.