Ich bitte mich einmal über das andere zu empfehlen dem seltenen Humoristen und trauten Freunde Immermann. – Ungern trenne ich mich von der Rede mit Ihnen. Sie wollen mich weiterhin wieder anknüpfen lassen. Glauben Sie daß mein Geist Sie oft umschwebt, und daß zu meinen liebsten und schönsten Wünschen gehört, daß Sie zugethan bleiben
Ihrem herzlich ergebenen
Möller.
2.
Münster, den 25. April 1831.
– Ich habe nun auch die Frau von Aachen gesprochen, und gehört, daß Sie uns freundlich entgegengesehn, und des schönen Frühlings sich freuen. Ich weiß wie Sie den Himmelsjüngling lieben,
»Wenn er kommt aus seiner Morgenröthe Hallen,
Und sein Antlitz ist ihm weiß und roth,
Und auf seiner Schulter Nachtigallen!«
Möchten wir ihm in der Neanderhöhle einen Maitrank opfern können! Christiane präparirte ihn, unser Immermann besänge ihn, Sie, als Priesterin, verrichteten die Libation, und ich (nicht etwa: Ich trinke für Euch Alle!) reichte ihn segnend umher von Mund zu Munde. Welch eine Scene! Ich meine schon dabei zu sein. Zum Schlusse hallten dann die Felsen nach von einer Novelle, deren ich neulich gar schöne in Immermann's »Miscellen« gelesen. Wie reich sind die Gaben unseres Freundes! In unseren Haiden kommt dergleichen nicht vor.