[3]: Christiane Engels hatte einen kleinen Handel zum Besten der Armee errichtet.

16.

Münster, den 16. Juni 1838.

Wie sehr, theuerste Frau Gräfin, Ihr jüngstes holdes Schreiben tief im Herzen mich erfreut hat, wie sehr es mich zu Ihnen hingezogen hat – wie wäre das in Buchstaben darzulegen! Es hat bei mir angeklungen, wie einst der Ton der Memnonssäule beim Sonnenaufgang! Es hat in mir eine Sehnsucht erregt nach Ihnen, die zum Schmerz werden würde, wenn ich nicht mit Zuversicht darauf rechnen könnte, Sie bald zu sehen. – Ich reise morgen nach Bremen und will von da zurück, so daß ich in gerader Richtung zum Rhein komme und zu dem heitern Dörflein, wo eine Liebenswürdige waltet, der ich so oft, mehr als sie glauben kann, im Geiste nahe bin! – Es mögen wohl nahe an drei Wochen vergehen, bis ich zu diesem schönen Ziele komme; wahrscheinlich noch früher. Alsdann hoffe ich den Strom noch weiter heraufzukommen. Fände sich doch dort irgendwo auf ein paar Tage ein gemeinschaftliches, schönes Plätzchen! – Sollten Sie etwa um dieselbe Zeit verreist sein, so möchte ich inständig bitten, mir durch ein paar Zeilen Kunde zu geben, wo Sie athmen, wo Sie wandeln, wo die Fluren Ihnen zu Liebe schöner werden, damit ich womöglich Sie aufsuchen könne.

Für die Festbeschreibung von Immermann danke ich Ihrer Güte mehr als einmal! – Sie ist gar schön, glänzend Styl- und Dichtkunst. In unserem ganzen Reich ist sicherlich nichts Schöneres, ja nichts Gleiches erschienen. Wäre ich König, ich sagte zu Immermann: »Setze Dich zu meiner Rechten!« –

Darf ich glauben, daß Sie mir noch gut sind? Ihr Schreiben trägt die grüne Farbe! Das soll mir Hoffnung geben! – Adieu, adieu!

Der treu ergebene

Möller.

17.

Münster, den 26. August 1838.