Dusterer. Gwiß Schwoger, gwiß! Sobald so weit bist, daß dir einwendig denken kannst: "Dich trifft's neama, du bist draust!", dann is aber a rechte Herzfreud, wann ma so davon lest und denkt sich all seine Feind und Unfriedmacher in die Qual hinein. Dös is dir a so a Vergnüglichkeit, wie beispielmäßig, wann's dir dein Anrainer die ganze Feldfrucht vernagelt, dir biegt's kein Halmerl um.
Grillhofer. Jo, aber wo bleibt denn da die christlich Nächstenlieb?
Dusterer. Richtig, richtig, die hon ich beispielmäßig ganz vergessen.
Aber wo bleibt denn der Wein?
Anzengruber: Der Gwissenswurm, I. Akt, 7. Szene
Siebente Szene
Vorige. Rosl.
Rosl (bringt eine Flasche mit Wein, dazu ein Glas und einen Teller, worauf ein Stück Rauchfleisch und ein Brot, und stellt es vor Dusterer auf den Tisch). Gsegn's Gott!
Dusterer. Vergelt's Gott! Schau, die Rosl—die Rosel no, du bist ja no allweil so sauber beinander, wie's jüngste Dirndl! (Schenkt rasch ein.) Verlaubst schon, Schwoger, daß sie mir Bescheid tut! (Nötigt ihr das Glas auf, indem er sie um die Hüfte faßt.)
Rosl. Wann's erlaubt ist? Dein Wohlsein!
Dusterer (tätschelt sie im Rücken). No, bleibst wohl hübsch ledig—hübsch ledig—und brav?