„Sag das andere!“
„Das andere, mein Jesus, ja, das andere. Wie soll ich dir das sagen? Ich darf es nicht zugeben und es kann nicht sein, — mußt nicht erschrecken, — aber du und der Florian habt einen Vater!“
Das Mädchen zuckte zusammen, es war bleich geworden bis in die Lippen, starrte eine Weile schweigend vor sich hin, drückte dann dem alten Manne die Hände und sagte leise: „Wohl, du hast recht, du denkst allzeit ehrenhaft und der Sache nach. Ich dank’ dir!“
„Leni, Leni,“ rief der Alte. „Tu nicht so wirr’, weine lieber noch einmal, ich mag dir ja dabei helfen. Geh, wein’ lieber noch einmal!“
„Nein,“ sagte Magdalena; sie strich sich langsam über die Stirne, und dann eilte sie rasch davon.
„Sei gescheit, mein Dirndl, sei gescheit,“ rief Reindorfer, er stolperte ein paar Schritte, die Kniee zitterten ihm und er gab es auf, sie einzuholen. Jetzt fühlte er seine Siebzig, und die Angst, welche ihn bei seiner Hinfälligkeit, des Mädchens wegen, überkam, ließ ihn gar wohl merken, wie lieb er dasselbe gewonnen hatte.
„Es dürft’ mein eigenes Kind sein,“ sagte er unwillig. Er schritt aus dem Garten, er spürte im Hofe umher. Das Tor nach der Straße stand offen. Er trat hinaus.
„Soll ihr nur nichts Übles beifallen oder zustoßen,“ murmelte er.
Dort oben beim Tannenwäldchen saß Florian auf dem weichen Rasen und sah herunter nach dem Reindorferhofe.