Magdalena griff mit beiden Händen nach denen des alten Mannes.

„Bist gut,“ lächelte er, „und ’s ist schön von dir, daß du mitkommst.“

Als der Zug hielt, stiegen beide aus. Der Mann, der am Ausgange stand, grüßte den Bauer vom Hof auf der weiten Halde und als er Magdalenen die Karte abnahm, rief er lachend: „Oho, lieb’s Kind, soweit sind wir noch lang nit.“

„Sie unterbricht die Fahrt,“ sagte der Bauer.

Der Stationsdiener griff abermals an den Schirm seiner Kappe.

Der Bahnhof lag auf einem Hügel und eine schattige Allee führte hinunter nach dem Dorfe, das in hellem Sonnenbrande lag.

Ehe sie in den Baumgang traten, hielt der Alte beide Hände hohl vor den Mund und schrie aus Leibeskräften: „Hiesl!“

„Jo,“ gröhlte es von unten herauf, und als der Bauer und das Mädchen am Fuße des Hügels angelangt waren, rasselte ein kleines Wägelchen heran.

„No, bist schon da, Bauer? Grüß Gott!“ sagte der Knecht, der die Pferde lenkte. Es war ein langer, dürrer Mensch, er qualmte aus einem sogenannten Nasenwärmer, einer Pfeife mit einem ganz kurzen Rohre, aber der Kopf derselben war so groß, daß das spitze Kinn und die hohlen, braunen, runzligen Wangen fast dahinter verschwanden, den oberen Teil des Gesichtes verdeckte der breitkrempige Hut, den er zum Schutze gegen das grelle Sonnenlicht tief in die Stirne gedrückt hatte.

Der Bauer kletterte auf den Sitz, dann reichte er Magdalenen die Hand und half ihr an seine Seite. „Fahr zu,“ sagte er zum Knechte.