„Ja, Bauer,“ fragte der, bevor er die Zügel anzog, „wen bringst denn da mit dir?“

„Für’n Schwiegersohn sein’ Hof, ein’ G’sellschafterin für unser klein’ Burgerl, mein’ ich.“

Der Knecht sah dem Mädchen in das Gesicht, dann nickte er gegen den Bauer. „Möcht’s schier auch meinen.“ Damit schwang er die Peitsche und das Gefährt rollte dahin. Erst lief die Straße an den kleinen Häusern des Dorfes vorüber, dann eine Weile inmitten von Feldern und Wiesen, zuletzt bog sie in ein Wäldchen ein und als sich die Bäume wieder lichteten, da schlängelte sie, wie endlos, auf einer weiten Ebene zwischen Wiesengründen dahin. Fernher blickte das Kreuz eines Kirchturmes.

Während der Fahrt fiel kein Wort, außer dem einen und dem andern, mit welchem hie und da der Knecht die Pferde ermunterte, die Hitze war drückend und der dicht aufwallende Straßenstaub ließ es ratsam erscheinen, den Mund geschlossen zu halten; auch Leute, die weniger mit ihren Gedanken beschäftigt gewesen wären, hätten es wohl auf günstigere Gelegenheit verschoben, sich etwas mitzuteilen. Erst als der Kirchturm schon hoch aufragte und nunmehr unter ihm die Häuser wie aus dem Boden auftauchten, zeigte der Alte danach.

„Föhrndorf,“ sagte er.

Und nach einer Weile, als sie noch näher an den Ort herankamen, hob er wieder weisend die Hand.

Quer über Feld und längs der Straße lief in unabsehbarer Zeile Buschwerk dahin, das tiefgrünes Wiesenland umhegte, und ganz fern, scharf vom hellen Himmel abgehoben, zeigte sich ein dunkler Streif, der gleichfalls wie eine Hecke aussah, in der Tat aber ein Föhrenwäldchen war, das am Kamme einer Felswand stand; dort steilte sich nämlich der Boden beträchtlich ab und, weil tiefer gelegen, breitete sich von da eine zweite Ebene aus, fast so weit wie die obere.

Diesmal streckte der Bauer die flache Hand aus und strich von da, wo die Büsche querfeldein liefen, gleichsam über die Wiesen hinweg, bis zu dem dunklen Föhrensaume, gegen den er den Zeigefinger ein wenig hob.

„Der Grasboden,“ sagte er, und als er das Mädchen verwundert aufblicken sah, nickte er lächelnd, dann aber senkte er plötzlich den Kopf und murmelte: „Mangel wär’ freilich keiner.“

Nun zeigte sich ganz nahe das erste Haus an der Straße, es trug ein Stockwerk, die Mauer hatte grauen, das Holzwerk braunen Anstrich und das Dach, das sich hoch darüber aufbaute, war mit Schiefer gedeckt, hinter den zwei Bodenfensterchen, die nach vorn heraussahen, hingen weiße Vorhänge, ein Zeichen, daß unter dem Giebel jemand wohnte.