„Ah ja, gescheit war schon, wie sie getan hat; war ja alles, was mir im Leben aufgestoßen ist, so viel gescheit, wie ich sag’, alles ordentlich ausgetipfelt, wie es kommen soll und will, daß ich mich nie dagegen hab’ rühren und wehren mögen, so hab’ ich mich schon in alles darein ergeben, aber Vertrauen hab’ ich nie eines gehabt und hab’ noch keines. Oft ist mir schon beim „Vater unser“ in den Sinn gekommen, auf die Letzt hat unser Herrgott auch — wie manche da herunten — doch viel Kinder und kann nicht für jedes auf gleiche Weis’ sorgen.“
„Herlinger, Er hat wohl wenig Zeit mehr, am allerwenigsten dazu, daß Er sich Gedanken macht, wobei Er sich wahrscheinlich selber wunderklug vorkommt; die Stadtleute nennen das Philosophieren, überlass’ Er das den Studierten, bei denen es doch Hand und Fuß hat, der Kopf oder das Herz, eines oder das andere, bleibt ja doch immer davon weg. Wenn ich nicht umsonst gekommen sein soll, so muß Er auf mich hören.“
„O ich bitt’, hochwürdiger Herr, ich bitt’, tut nur reden.“
„Darüber sind wir doch wohl einig, was Er sich erinnert in seinem Leben übel gemacht und getan zu haben, das will Er auch bereuen? Nicht?“
„O ja, gewiß, gewiß.“
„Damit die Reue nicht unfruchtbar bleibt, muß ich Ihm auch sagen, was Er noch gutzumachen hat.“
„Gutzumachen, an wem? An die Kathrin’ vielleicht! Der tut kein Bein mehr weh.“
„An euer beider Kind!“
„An dem Burschen, dem Florian? Der tut ja kein gut; der Herumtreiber, wie viel Geld hat er mich schon gekostet, und im vergangenen Herbst, wie ich ihn hab’ auf der Mühle behalten wollen, ist er geblieben? Ei ja, hätt’ ich seine Stadtdirn’ und ihr Kind dazu, die ganze leichtfertige Wirtschaft, mit in Kauf nehmen wollen ... das soll er sich aber nur vergehen lassen!“
„Müller, eben das wäre der gewiesene Weg, den Herumtreiber zum seßhaften, ehrlichen Mann zu machen. Und gerade von Ihm, Herlinger, hätte ich nicht gedacht, daß Er dagegen wäre, da Er weiß, wie es tut, wenn man da den Vater wider sich hat.“