Magdalena trat hinzu und zog mit dem freien rechten Arm — unter dem linken hielt sie ihr Bündel — die Brunnenstange.
Der Alte hielt die hohle Hand unter das Rohr, führte sie träufelnd gegen die Augen und kühlte die Lider; als er zurückkam, fragte ihn der Grasbodenbauer, der erst jetzt auf die fremde Dirne aufmerksam geworden war: „Hast Reis’g’sellschaft g’habt?“
„Aufg’nommen hab’ ich die Dirn’.“
„Was d’ sagst? Ein’ Neue für dein’ Hof?“
„Vielleicht für dein’,“ sagte der Alte mit einem bedeutsamen Blicke nach dem Enkelkinde.
Der Grasbodenbauer zuckte die Achseln, sah dann schärfer hinüber nach dem Mädchen, das beim Brunnen stehen geblieben war, und murmelte: „Wird sich ja erproben.“
Burgerl ließ die Hand des Vaters fahren und lief über den Hof zu Magdalene, welche zu zögern schien, ihr Bündel auf die Erde oder auf den Brunnentrog zu legen. „Brauchst ’s nit in Staub, noch in die Nässe zu legen,“ sagte die Kleine, „gib her, ich halt’ dir’s.“
„Dank’ schön,“ lächelte Magdalena, streifte die Ärmel bis über den Ellbogen zurück und griff nach der Brunnenstange.
Burgerl aber faßte sie am Arme. „Halt’ du deine Händ’ unter. Schöpfen werd’ schon ich.“
„Wär’ nit schlecht, wirst dich doch nit mein’tweg’n müh’n!“