„Du haltest unter, ich schöpf’,“ wiederholte die Kleine mit zusammengezogenen Brauen und kneipte Magdalene in den Arm, daß diese mit einem Aufschrei lachend den Schwengel fahren ließ. Burgerl ergriff denselben und fuhr unter dem Schöpfen fort: „Schon einmal, möcht’st du nit auch, kaum du den Fuß auf’n Hof g’setzt hast, falsch gegen mich sein, wie sie hier alle sind? Heißt’s nit allzeit mir ins Gesicht, ich möcht’ mich nit müh’n und ihretweg’n schon gar nit, damit sie dann hinterm Rücken sagen können, ich könnt’ nix richten und zum Helfen wär’ ich zu großtuisch? Geh mir zu, da hast dein Bündel wieder.“

Magdalena trocknete sich die Hände an ihrer Schürze, stellte einen Fuß auf den Brunnenrand, nahm das Bündel auf das Knie und streifte den Ärmel über den linken Arm wieder zurück, Burgerl haschte nach dem noch entblößten rechten. „Was du für schöne Arm’ hast,“ sagte sie, „so rund und prall und so sauber fleischfarben, nit so braun oder so kreidig weiß.“ Sie zupfte an der eigenen Ärmelkrause.

„Und mit ein’ klein’ Andenken drauf von dir,“ lachte Magdalena, auf die gekneipte Stelle weisend.

„Narrisch,“ sagte Burgerl, „wirst doch nit bös sein weg’n dem blauen Fleckl?“ Sie drückte ihre Lippen darauf. „Hineinbeißen möcht’ ich da.“

„Na, du nit! Sei so gut,“ rief Magdalena, den Arm zurückziehend.

Burgerl zeigte lachend die kleinen, scharfen, weißen Zähne, dann lief sie zu Vater und Großvater zurück. „Wie heißt denn die, Ehnl?“ fragte sie.

„Leni heißt’s.“

„Die kommt auf dein’ Hof?“

„Freilich, aber wenn du mich schön bittest, so lass’ sie dir als Kameradin da.“

„Bitten tu’ ich niemal.“