„O, du mein arm’, armes Haserl, du!“


Der wolkenlose Himmel und die klare Luft des Frühmorgens versprachen einen schönen Tag. Der Grasboden umschloß auch einige Ackergründe, die betreut sein wollten, nach diesen zog das Gesinde des Grasbodenbauers aus und er selbst, nachdem er denen, welche die Arbeit zu leiten hatten, einige Weisungen zugerufen, stand nun inmitten des Hofes und sah den Abziehenden nach.

Da wurde es vom Wohnhause her laut, Burgerl sprang aus der Tür und lief durch den Garten.

Magdalene folgte ihr nach und lachte: „Schau, was du rennen magst mit deinen klein’ Stelzerln.“

Burgerl riß die Zauntüre auf. „Guten Morg’n, Vater. Grüß dich Gott! Guck, da kommt auch die Leni, mein’ gute Leni, mein schöne Leni. Is sie nit schön?“ sagte sie, als wäre sie darauf stolz.

Der Bauer und Magdalene lächelten.

Nur als die Kleine neckte: „Na, so sag doch, Vater!“ und der Bauer schmunzelnd erwiderte: „Sauber is ’s schon,“ da errötete Magdalene.

„Geh’n wir heut auch über die Wiesen, damit du das Anwesen kennen lernst,“ sagte Burgerl, dann schmiegte sie sich an Magdalene an und flüsterte: „Ich führ’ dich nur, wo wir all’n aus’n Augen sind, daß ich dich allein hab’.“

Der Bauer sah mit freundlich aufleuchtenden Augen nach Magdalene. „Ist ein Schmeichelkatz’, das? Was?“