„Um Gottes willen, Burgerl!“ Magdalene eilte auf sie zu.

„Ja, mein’ Leni,“ stammelte das Kind, „wer weiß, weißt du, wie das is? Hast du schon ein Totes neben dir liegen gehabt?“

„Das nit, Burgerl.“

„Und bevor eins tot is, muß es versterben, hast du schon eins sterben gesehen?“

„Nein, Burgerl.“

„Siehst, Leni, da weißt du gar nit, wie schreckbar das is und wie es mich ängstet, daß sie mich auch schon dort haben wollen.“

„Wer denn, Burgerl, wer denn nur? Bild’ dir doch so was nit ein.“

„O, wie oft hab’ ich’s schon g’hört, zuflüstern und laut sagen und vielleicht denkt’s auch der Vater im stillen, daß besser wär’, wann mich unser Herrgott zu sich nähm’. Aber ich will nit — ich nit —“

„Komm fort! Laß uns gehn,“ sagte Magdalene, die mit ihren Armen bisher das wankende Kind aufrecht gehalten.

Dieses blickte hilflos zu ihr empor. „Kann nit gehn, Leni.“