„Will Er ihn denn nicht noch einmal sehen, Herlinger? Ich denke, es ist gut, wenn er dabei ist.“
„Nun, so mag er dabei sein, aber mit dem Verbleiben hat es noch seine guten Wege, dann soll er nur wieder fort.“
„Du weißt nun, Barthel, was du zu tun hast, richte dich auch danach, und jetzt geh und sag den Leuten, sie sollen sich da vor der Türe versammeln, ich werde sie hereinrufen, wenn ich dem Müller den Leib des Herrn reiche.“
Der Knecht entfernte sich.
Jetzt wandte sich der Priester nach dem Kranken und sagte: „Da ich Ihn nun für genügend vorbereitet halte, Müller, so will ich an Ihm die heilige Handlung vornehmen!“
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Die vor der Tür Flüsternden und Wispelnden wurden bald in die Krankenstube eingelassen, was sie für das Seelenheil ihres Dienstherrn das Beste hoffen ließ, denn gar viele Sünden konnte er doch nicht haben, da er in so kurzer Zeit mit dem „Hersagen“ fertig war.
Nachdem die Zeremonien mit aller Förmlichkeit und Feierlichkeit zu Ende gebracht waren, sagte der Pfarrer: „Verbleibe Er mir hübsch in christlicher Ergebenheit, Müller, wie Gott will, Er kann das jetzt mit Beruhigung abwarten!“ — Dann segnete er noch einmal die Anwesenden und schritt, von dem Meßner gefolgt, zum Hause hinaus nach dem Wagen.
Der hagere Kirchendiener duckte sich zu seinem geistlichen Vorgesetzten hinunter, um ihm bewundernd zuzuflüstern: „Wie Hochwürden mit den Leuten umzuspringen wissen, da hab’ ich doch immer meine helle Freude daran.“
„Weiß Er, Wolfbauer,“ sagte mitteilsam der Pfarrer, „wen ich immer gerne bei so einem Versehgange mit hätte, damit sie diesen Menschenschlag auch kennen lernten? Ein paar Idealisten, die glauben, mit ethischen Mitteln aufkommen zu können, ein paar Träger der Kultur, die aber nebenbei die Kirche fallen lassen wollen; vielleicht gingen ihnen doch darüber die Augen auf, daß unter der Masse nichts verfängt als Einschüchtern und Vertrösten, und wenn wir diese beiden Zügel nicht immer stramm angezogen hielten, schon längst ihre ganze Herrlichkeit zertrampelt und zertreten wäre.“