„Pfui,“ sagte Leni, der die Röte ins Gesicht stieg „Einer wie der andere sollte sich schämen; der eine, wie er so roh sein mag, der andre, daß er die Leut’ mit ansehen laßt, was sich vor ihnen nit schickt und Ärgernis gibt.“

„Meinst,“ warf Burgerl dazwischen, „daß die zwei Weibsleut’ miteinand’ ein’ Tausch eingehen möchten?“

„Na, ich denk’ wohl, die, was ’n Prügelprofoßen hat, gäb’ gern noch was drauf, wenn ihn nur die andere nähm’.“

„Weit g’fehlt,“ lachte Burgerl. „Dös Wildtun und dös Einschmeicheln gilt ja ledig nur für heut, schon morg’n wieder leb’n der Prügelprofoß und die Seine miteinand’ wie die Lampeln[21] und die andern zwei wie Hund und Katz’, das is der einzige Tag im Jahr, wo geg’n ’s Weib der eine d’ Hand aufhebt und der andre sie ruh’n laßt.“

„Was du nit all’s weißt!“ sagte Leni, indem sie vom Fenster zurücktrat. „Aber komm, denn jetzt mein’ ich schon auch — wie die Sepherl — für unser Teil hätt’n mer grad g’nug g’sehn.“

„Warum?“ fragte Burgerl, sich weiter hinauslehnend. „Etwa, weil dort der Vater daherkommt? Der halt’t sich ja grad wie a Kerzen in’ Bettelweib ihrer Latern’.“

„O, du Gottlos’ du!“

„Gelt, schmunzelst doch? Mein’, der Vater hat mich wie oft dahinliegen sehen, wo ich außer mir war, werd’ ich ’n doch auch einmal sehn dürfen, wo er nit ganz bei sich ist? — Vater!“ rief sie mutwillig hinunter.

Der Grasbodenbauer hob ein wenig nach seitwärts den Kopf. „He? seid ihr noch wach? Ist recht. Komm’ schon!“

„Du hast auch gar kein’ Respekt,“ zürnte Leni.