Da sprang Burgerl auf sie zu und faßte sie an beiden Händen. „Nein, Leni, und wie ich ’n gern hab’, braucht er den auch nit, glaub’ mir, das ist für die Männer untereinander, für uns is ’s Gernhaben, außer ihr andern seid anders, was ich nit weiß; wann mir aber eins Respekt abverlangt, is mir immer, als müßt’ ich mich hinter sein’m Rücken lustig machen, wie mir’s mit’m alten Schulmeister ergeht.“

Leni faßte die Kleine an den Schultern, sagte lächelnd: „Schulmädel, du!“ und schob sie von sich.

Da kam es die Treppe herauf in schweren, aber — es schien — sicheren Tritten, nur einmal erlitt das gleichmäßige Aufstapfen eine kleine tremulierende Unterbrechung, als zählte an einer Stelle die Treppe eine Stufe weniger, oder eine Stufe einen Tritt mehr.

Magdalena schrak zusammen und merkte nicht den Blick, den ihr Burgerl von der Seite zuwarf.

Der Grasbodenbauer stieß die Tür auf und sagte, noch außen, sehr förmlich und gemessen: „Guten Abend, miteinander!“ dann schritt er über die Schwelle, indem er sich vorsichtig, aber tiefer als nötig war, niederbeugte, um nicht an dem Türpfosten anzustoßen, dem er übrigens eine ganz beträchtliche Breite zutrauen mußte, denn er erhob den Kopf nicht früher, bis er inmitten des Stübchens vor dem kleinen Tische stand, auf den er sich nun mit beiden Armen aufstützte.

„Grüß Gott, Vater!“ sagte Burgerl und lehnte sich von der andern Seite über. „Hast uns ein’ Kirchtag mitbracht?“

„Allbeiden, versteht sich.“ Der Grasbodenbauer begann seine Taschen von außen abzuklopfen, dann zerrte er aus einem Rockschoße ein paar etwas formlose Pappschachteln hervor und legte sie auf die Tischplatte, während Leni — sehr zur Unzeit — das mittlerweile zustande gebrachte Licht daneben rückte.

Burgerl schlug die Hände zusammen und sah ihrem Vater sehr aufdringlich unter die Augen, der wich ein wenig zurück, starrte eine Weile auf sein „Mitgebrachtes“, dann trat er vom Tische weg und sagte mit einer zuweisenden Handbewegung: „Müßt’s halt vorlieb nehmen, es war nix G’scheites af’m Markt.“

„Ei, Vater,“ seufzte Burgerl, „ich fürcht’ nur, du hast da ein’ zu guten Handel gemacht.“

„Warum?“