„Halt ja, eilig, — guten Abend,“ — sagte der Knecht. „Den Bader haben wir im Haus. Die Bäuerin will versterben, ich muß nach’m hochwürdigen Herrn laufen. Gute Nacht!“

„Gute Nacht! Die Bäuerin will versterben!“ Er betrachtete den Reindorferhof, der friedlich im Abendschatten vor ihm lag. „Wie lang dauert’s, so bringt der junge Bauer eine neue Bäuerin darauf. Etwa die Melzer Sepherl?“ Er lachte höhnisch. „Dann entspinnt sich aufs neue die alte Geschichte zwischen dem Hof und der Mühl’!“ Er lachte nicht mehr, ihn fröstelte.

Er stieg hastig den Weg hinan, der über die Wiese und durch das Tannenwäldchen führte. Er kam bis zum Weißdornstrauch.

„Wie dumm. Nun will mich heut auf einmal alles erinnern. Ich mein’, sollt’ ich jetzt durch den Tann, ich könnt’ weinen wie ein Bub’!“

Er kehrte wieder um und verfolgte den Weg auf der Straße.

„Da haben wir uns auch einmal als Kinder getummelt. — Daß es mich gerade heute überkommt?! — Da geh’ ich einher und mir ist, daß ich keinen Wurm vom Halm streifen und keine Schnecke zertreten möcht’! Ei ja, so sieht einer aus, der morgen mit dem Urban von Zirbendorf anbinden will!“

Das half. Er trat wieder strack auf, und was im Wege war, das mochte sich vorsehen.


Es war in der Nacht, als der Pfarrer auf dem Reindorferhofe anlangte.

Er trat in die Stube, in der Ecke stand das Bett, darin die Bäuerin lag, sie atmete schwer. Ein Öllämpchen beleuchtete spärlich den Raum und warf einen schwanken, matten Kreis auf den Tisch, worauf es stand, daran saß der alte Reindorfer und schrieb.