Magdalene stand halb abgewandt und brach welke Blätter von einer Bohnenranke, sie blickte nun nach ihm hinüber und sagte leise: „Ich versteh’ dich schon, Bauer, und mag dir wohl recht geben, auch mir hat ’s die Lieb’ schon einmal nit gut g’meint.“

Da kehrte er ihr den Rücken und ging, laut räuspernd, ein paar Schritte von ihr hinweg. Doch hielt es ihn und er tat eine halbe Wendung, um sie sich darauf hin anzusehen, und als die großen, braunen Augen befremdet und zugleich ängstlich in die seinen blickten, da winkte er begütigend mit der Rechten: „In Ehren! Weiß ’s wohl, Leni, du meinst in Ehren.“

Sie neigte bekräftigend den Kopf.

„Ja, ja, vernünftig sein ist halt doch ’s Gescheiteste,“ sagte er hinwegschreitend.

Als Leni wieder aufblickte, sah sie ihn neben dem Postboten an dem Zauntürchen stehen. Der Bauer wies nach ihr.

Der Alte kam auf sie zu.

„Magdalena Reindorfer,“ fragte er.

„So heiß’ ich.“

„Ein’ Brief hätt’ ich da.“ Er schüttelte ihn zwischen den Fingern und drehte ihn dann um, daß das schwarze Siegel sichtbar wurde. „Schau her ’mal. Vielleicht nix Guts drin. Mußt dich halt z’samm’nehmen.“

Leni griff nach dem Schreiben.