Und so gingen denn die beiden über den Hof und dann über die Gasse, die kurze Strecke bis zum Gemeindewirtshaus, hastig, schweigend und getrennt, als schritte ein dritter zwischen ihnen einher. Bei ihrem Eintritte in die Gaststube, die sie ziemlich leer fanden, grüßte der Freund des Müllers vertraulich und maß Magdalene, die dem keck aufdringlichen Blicke verwundert mit zusammengezogenen Brauen standhielt. Sie setzten sich in einen Winkel, abseits von den wenigen Anwesenden. Der Müller ließ Wein bringen.
„Ich trinke keinen Tropfen,“ sagte Magdalene, dann nach einer Weile, als der Müller noch immer wortlos neben saß, fragte sie: „Was ist’s, das du mir zu sagen hast?“
Er seufzte schwer auf. „Du kannst dir denken, wie gar traurig es jetzt daheim bei uns auf der Mühle ist. Du wirst ja gehört haben von unserem armen Flori?“
Die Augen des Mädchens wurden feucht und dessen Rechte, die spielend das Glas umspannt hielt, glitt herab auf die Tischplatte.
Der Müller ergriff die Hand und drückte sie. „Nun haben wir alten Leute niemand mehr auf der Welt, der uns bekümmern möchte, als dich.“
„Als mich? Ich gehöre doch nicht zu euch.“
„Du gehörst, du sollst zu uns gehören, darüber denkt mein Weib nicht anders wie ich, es wär’ ihr ein rechter Trost, wenn du zu uns auf die Mühle ziehen möchtest.“
„Wohin denkst du! Ich sollte heim auf die Mühle, wo ich mich und andere allzeit erinnern müßt’ an die traurigsten Begebniss’? Das geschäh’ wohl jedem zum Herzleid und keinem zum Trost!“
„Red nicht unüberlegt. Die Zeit tut viel hinweg von aller Kränkung und drei tragen leichter an einer als zweie. Ich nehm’ dich als eigen an, und ich denk’, was ich dermaleinst nachzulassen hab’, wär’ nicht zu verachten.“
„Weiß mein Vater darum?“