„Was, nit ’mal einkehr’n, in d’ Nacht h’neinfahren willst?“ rief der Wirt. „No, weißt, ich red’ dich nit ab, ich sieh’s, mer muß dir dein’ Willen lassen, mit dir is nix anz’fangen; aber da halt’ dich jetzt auch nur der Straße nach, ich find’ mein’ Weg, d’ Stadt h’nein, schon z’ Fuß. B’hüt Gott!“

Der Müller hielt an, der Wirt sprang vom Wagen. Beiden war es lieb, einander loszuwerden.

Das Gefährt rädelte langsam in der immer lautloser werdenden Gegend dahin, und der Mann, der gesenkten Hauptes auf dem Kutschbocke saß, seufzte oft schwer auf.

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„Wenn man jung ist, da drängen sich Freundschaft und Lieb’ an einen heran und wenn man sie gleich im Übermut mißbraucht, aber schier meine ich, sie merken sich’s, und wenn man alt und vereinsamt danach sucht, dann bleiben sie weg!

Hinterher gilt kein Besinnen, da tritt alles Elend, worauf man keinen Gedanken gehabt, einem wahr und leibhaftig entgegen. Wie gut tun die, die sich von dem Halunken, der in unser jedem steckt, nicht kitzeln, nicht zu schadenfrohem, bübischem Tun reizen lassen, die ihn unterducken und in dem verschwiegensten Winkel der Brust versperren, daß er da verdirbt und verdorrt. Wie wohl mag denen sein, die niemandem weh getan!

Wenn nicht heut’, sicher morgen, schreibt die Dirn’ dem Alten, daß sie nicht von ihm gelassen hat und nicht von ihm läßt, nicht um eine Mühle mit sieben Gängen, die pur’ Gold mahlt! Und er mag — er muß wohl seine Freude an ihr haben. Wer nicht, der eines so mit Leib und Seele sich anhangen weiß?!

Der Mensch muß nicht alles wollen.

O, nur eines wollte ich, daß ich den Reindorferhof all meine Tage mit keinem Auge gesehen, mit keinem Fuße betreten hätt’! Wir gingen uns jetzt nicht gott- und weltverlassen daheim unter den Augen herum, mir wäre nicht, wenn meine Alte herankommt oder sich wegschleicht, als gäbe sie mir an allem Schuld, mag sein, sie denkt nicht daran, aber mir ist so — mir ist so, sie mag kommen oder gehen!

Falsch’ Glück hat mich nach dem Ort gelockt, wo mich der Jammer in die Arbeit genommen, und er wird nicht früher ablassen, bis er mit mir fertig ist, es soll nichts hinzu, was ihn mindert. Was tut’s? An allem liegt nicht viel und an mir wenig. Wart’ es ab, länger wie ich kann es nicht dauern, und das ist nimmer lang!“