„Wahrhaftig, Sepherl,“ sagte treuherzig die Dirne, „ich weiß nit, wie ich dazukomm’.“

Die Alte richtete sich auf und sah dem Mädchen ins Gesicht. „So? No, mein’sweg’n, jetzt glaub’ ich dir noch, aber wann d’ nit in Unehr’n davon erfahren willst, so schenk du mir auch Glauben, wenn ich dir sag’, der Bauer hat’s auf dich abgesehen.“

„Geh weg,“ lachte Leni, „dazu is er z’viel vernünftig!“

Sepherl wandte sich brummend ab und störte im Feuer.

Plötzlich schattete es im Türrahmen. Der Großknecht Heiner hatte sich im Flur breit hingepflanzt. „Guten Morgen, Sepherl,“ rief er. „Guten Morgen, Dirn’! Neujahr is vor der Tür, verlaubst schon, daß ich dir gleich heut mein Sprüchel aufsag’. Ich wünsch’ dir nur, daß d’ es ebensogut triffst, dir ’n Bauer vom Leib z’ halten, wie unserein’n.“

Leni trat auf ihn zu. „’s selb’ hat’s auch gar nit not, daß d’ es weißt,“ sagte sie trotzig. „Er will mir nix nit.“

Heiner tat einen langen, halbleisen Pfiff.

„Sie meint,“ sagte Sepherl, indem sie die Schultern in die Höhe zog, „dazu wär’ er z’viel vernünftig.“

Der Knecht schlug ein kurzes Gelächter auf.

„Wohl, weil ihr ihn nit kennt, wie er is,“ sagte Leni, der die Zornröte ins Gesicht stieg.