Als sich der Alte mit seinem Schwiegersohne allein sah, rückte er sich einen Stuhl zurecht. „Du verlaubst schon?“
„Ei, du mein, freilich, sitz nieder, sitz nur nieder,“ sagte der Grasbodenbauer, „daß ich dich’s nit g’heißen hab’, mußt mir für kein’ Grobheit ausleg’n, ich hab’ heut ’n Kopf nit recht bei’nander.“
Er setzte sich dem Alten gegenüber.
„Versteh’s schon,“ sagte der, „bist halt übernachtig, noch von gestern her, vertragst nit viel und kommst selten dazu; is ja kein Wunder. Gleichwohl red’t mer sich vielleicht heut leichter mit dir, wo d’ deine Gedanken z’samm’nehmen mußt, als wie sonsten, wo du’s durcheinand’wurlen laßt und dich dabei — nach der Leut’ Reden — auf’n Vernünftigen und G’scheiten h’nausspielst.“
Aber der Grasbodner nahm den Schalk, der zwischen den Fältchen der Augenwinkel des Alten lauerte, nicht wahr und brauste auf: „Dös hat noch g’fehlt, daß du, der d’ einer mir z’nächst bist, dö Übelwort’ mir af’n Hof, in d’ Stub’n, zwischen meine vier Mäuern tragst!“
„So, so nimmst’s auf?“ erboste sich nun der vom Hof auf der weiten Hald’. „No gut, wann dir’s nit anderscht ansteht, so kann ich dir auch grob geigen und g’radzu sag’n, daß kein Sinn und kein Verstand drein liegt, wann d’ dich und ein ander’s vorm G’sind und ’m ganzen Dorf zum G’spött machst und neb’nzu vor dein’m Kind seine sehenden Aug’n und losenden Ohr’n! Und drum und eben, weil ich einer dir z’nächst bin, so bin ich hitzt da, um drauf z’ bestehn, daß du der Sach’ so oder so ein End’ machst!“
„Wieso?“ fragte der junge Bauer.
„Wieso?“ wiederholte der Alte und zog die Brauen in die Höhe und starrte seinen Schwiegersohn an, als sähe er ihn das erste Mal im Leben und noch dazu als einen, mit dem es nicht recht richtig wäre; dann aber kniff er wieder die Augen zusammen und sagte: „No, gibst halt die Dirn’ weg.“
„Das kannst nit verlangen, schon der Burgerl wegen nit.“
„Ah, bah, dem ist leicht abg’holfen. Ich nehm s’ alle zwei, die große und die kleine Dirn’, af mein’ Hof und af dö Entfernung zwischen Hinterwalden und Föhrndorf spinnt sich kein G’red’.“