„Aber, Leni, hast denn auch du kein’ Merk’s? Muß mer’s ’leicht auch dir noch sag’n — wie der Ehnl ’m Vatern —, daß der in dich verliebt is und — du in ihn?!“

Da wich alles Blut aus Magdalenens Wangen, sie wehrte mit beiden Händen ab, ungelenk schnellte sie vom Sitze empor und nur mit dem einen Gedanken: auf und davon mußt du, eilte sie die Treppe zur Bodenkammer hinan.

Burgerl stand so verblüfft, daß sie sich nicht einmal umwandte, um der Flüchtenden nachzusehen. Sie wickelte paarmal ihre Ärmchen in die Schürze und wieder heraus. Plötzlich überkam sie ein drückendes Angstgefühl, Tränen traten ihr in die Augen und ihre Mundwinkel begannen zu zucken; sie lief zur Stiege und hastete hinauf.

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„No, Kaspar,“ sagte der Bauer vom Hof auf der weiten Hald’, „mir scheint, dö Weis’, der Sach’ ein End’ und aus der Dirn’ ein’ Bäu’rin z’ machen, kimmt dir nit hart an?“

„Nein, nein, das wär’ g’laugnet, g’logen,“ lachte der Grasbodenbauer, doch setzte er sofort bedenklich hinzu: „Aber halt, ob sie auch woll’n wird?“

„Sei nit so dumm! Laß dir sagen, daß eine auch um ’n Herzallerliebsten kein Spottwörtl und kein’ Neckerei vertragt und sich drum vor’n Leuten ganz ungebärdig geg’n ihn anstellt, das kommt vor; daß aber eine ’s G’spött nit acht’ und nach ein’ Trutzliedl den im Arm b’halt, den s’ nit mögen möcht’, das gibt’s in der weiten Welt nit! Lern du mich Weiberart kennen!“

„Du mußt’s aber a bissel gut kennen, die Weiberart!“

„Ah, da schau! Und dir muß ’s einwendig a bissel gut gehn! Sonst hört mer von dir Jahr und Tag kein’ G’spaß und heut ’traust dich gar geg’n mich, du Sackerlot!“

„O, ich trau’ mich auch gleich mehr. Hitzt bin ich schon drein in Trau’n. Soll’s in ein’m hingehn! Ich such’ mir die Leni und frag’s um ihr Meinen.“