„Selber,“ lachte der, „’s tut’s kein andrer für mich.“ Er bot dem alten Reindorfer die Hand, drückte ihn wieder auf den Sitz zurück und nahm an seiner Seite Platz. „Ich bin ’kommen, bei dir um Magdalen’ anz’halten.“

„So, so? Na, das g’freut mich, das g’freut mich schon gar nit zun sagen!“ Er streichelte mit beiden Händen die Rechte des jungen Bauers über dem Tische.

„Dann schlag’ nur gleich ein,“ sagte Kaspar.

Der Alte zog verlegen die Hand zurück. „Nein, nein, noch is ’s kein b’schloss’ner Handel,“ sagte er. „Eins könnt’ dich davon absteh’n machen. Mein’ Seg’n den gäb’ ich wohl z’tausend und tausendmal dazu, aber mit dem müßt’ d’ auch vorlieb nehmen, sonst nix! Morg’ngab’ kriegt die Dirn’ keine mit.“

Der Grasbodenbauer tat einen ärgerlichen Ruck mit dem Kopfe. „Hab’ ich der nachg’fragt? Ich mein’ nit!“

„Dann is ’s recht, dann is ja all’s recht, da sag’ ich nix mehr, als unser Herrgott lass’ euch lang’ glücklich und zufrieden miteinander hausen! Und a wahre Freud’ is mir auch, daß d’ mir d’ Ehr’ erweist und kommst, dich anschau’n lassen, von so weit her. Soll ein ornd’lich Stuck Weg sein von Föhrndorf, hab’ ich mir sagen lassen? Aber is ’s denn auch d’ Möglichkeit, daß d’ schon da vor mir stehst, wo ich kaum ’n Brief von dort in Händen hab’? Sag mir nur, wie kommst denn her in derer Schnell’n?“

„Mit der Eisenbahn. Mit’m Schnellzug bin ich bis zur Kreisstadt. Da flieg’n dir nur d’ Zäun’ und Bäum’ und Häuser vorbei, daß dir völlig schwindlig wird und kaum hast Zeit breit niederz’sitzen, so heißt’s schon wieder aussteig’n.“

„Schau, schau, so is dös mit der Bahn? Hab’ mir viel davon erzählen lassen, aber mein Lebtag noch keine probiert. Da is ja bald d’ G’schicht’ von dö Sieb’nmeil’nstiefeln kein’ Lug’ mehr! Ja, ja, wann sich der Mensch fürs erste auch nur vorfabelt, wonach er Begehr tragt, spater fangt er an dran herumz’sinnieren und ’s laßt ihm kein’ Ruh’, bis er ihm zun wenigsten nah’kommt. Schau einer, dö Bahn, ja, dö Bahn!“

Er nickte paarmal vor sich hin, dann hob er plötzlich den Kopf. „Je, was wollt’ ich denn noch Red’ haben? Worauf war’n wir z’letzt?“

„Auf der Eisenbahn.“